Verfasst von: Shrek | 3. November 2010

Milford Sound

Im Gegensatz zum Doubtful Sound ist der Milford Sound sowohl per Flugzeug, per Pedes – nämlich über den berühmten Milford Track – als auch per Auto über die nicht weniger bekannte und faszinierende Milford Road zu erreichen.

Deswegen fährt auch Bus um Bus von Te Anau, Manapouri, Invercargill oder Queenstown auf dieser Straße zum Sound. Die Empfehlung der i-Site hieß zeitlich ausweichen und so startete ich erst gegen 10:00 Uhr von Te Anau in Richtung Milford Sound. Am Anfang war von der viel gepriesenen Schönheit wenig zu sehen aber tatsächlich wurde das ganze von Kurve zu Kurve eindrücklicher. Natürlich war die Vogelperspektive der Karten – die manche von Euch bekommen haben – nicht nach zu empfinden. Natürlich fährt man oft durch Busch- und Waldland. Aber laufend wurde in großen Lichtungen eine andere Sicht auf den Lake Te Anau oder die umgebenden Berge sichtbar. Und so viele Aussichtspunkte hatte ich bisher auf keiner Straße auch nur annähernd gesehen. Dann kamen die Mirror Lakes. Und tatsächlich, die gegenüber liegenden Berge spiegeln sich toll im Wasser der kleinen Tümpel. Und die waren, wie ihr auf den Fotos sehen könnt, glasklar. Das konnte man aber nur Dank des Pol-Filters der Kamera oder auch meiner Sonnenbrille sehen. Alle anderen staunten erst über mein Staunen um nach dem Aufsetzen der Brille selber zu staunen … es war wirklich ein Unterschied wie Tag und Nacht und sie sollten dort am besten so was aufstellen.

Und so ging es weiter und immer höher die Berge hinauf an der Divide vorbei – hier starten Routeburn und Greenstone und Caples Track – zum Homer Tunnel. Zwischendurch schon konnte man die Keas, Bergpapageien, bestaunen, die man aber möglichst nicht an wichtige Gummiteile des Autos oder seiner Fahräder läßt und auch ansonsten muß man mächtig aufpassen, daß diese überaus neugierigen Vögel einem nicht alles entwenden oder kaputt machen. Aber sie sind schon sehr witzig und extrem gefräßig. Das Schild, daß man sie NICHT füttern solle, hatte ich erst hinterher gesehen. Also gab es ein bißchen vom Brot. Der Chef vom Platz war aber sehr geizig und packte alle Stücken in seinen Schnabel. Gab es ein neues wurde es einfach – ohne zu Fressen – mit hinein gepackt. Ich glaube der hätte das halbe Brot im Schnabel herum getragen, wenn ich es verfüttert hätte. Am Homer Tunnel, benannt nach dem Mann, der den Bau gefordert hatte, mußte man warten, bis die Ampel auf “grün” geht. Und das dauert tatsächlich 15 Minuten. Solange konnte man sich mit den Keas herum balgen oder einfach die umliegenden Felswände und ihre Wasserfälle bewundern. Es ist eine unheimlich schöne Szene. Durch den Tunnel, der kein richtiges Licht und 10% Gefälle hat, ging es auf die andere Seite und weiter durch eine riesige Felsschlucht.

Dann endlich kam das Ende der Schlucht und damit der Anfang vom Sound in Sicht. mehr als sechs Stunden hatte ich für die 120km gebraucht. Immer wieder anhalten, schauen, staunen, Fotos machen. Laut Buch bräuchte man zwischen zwei und zweieinhalb Stunden. Na ja. Den Camper auf dem Parkplatz abgestellt und Nein, nicht zuerst einen Kaffee GEsucht oder die Toilette BEsucht, nein zuerst einmal Fotografiert. Es war toll. Das Licht paßte auch ganz gut. Nur die Sandflies haben sich an meinem Spray überhaupt nicht gestört und mich gebissen was das Zeug hält. Irgendwann bin ich dann doch auf die Suche nach Toilette und Kaffee gegangen und habe mich dann eine ganze Stunde mit einem älteren Paar aus Yorkshire in England unterhalten. Irgendwie konnte ich mich zu einer weiteren Overnight Cruise nicht aufraffen und so bin ich gegen halb sechs wieder zurück nach Te Anau gefahren. Aber auch diese Fahrt war durch Fotopausen unterbrochen und immer wieder blieb ich – ohne Fotos zu machen – einfach mit offenem Mund sitzen.

Anfang September hatte ich einem älteren Paar aus Neuseeland die Frage gestellt, welcher Sound der schönere sei und bei welchem Wetter man ihn besuchen solle. Darüber kam es dann zu einem kleinen Streit zwischen den Eheleuten und heraus kam – ganz salomonisch – beide sind unterschiedlich und sowohl Sonne als auch regnerisches und auch nebliges Wetter sind sehr passend. Eigentlich müßte man also jeden Sound mit drei verschiedenen Wettersituationen erleben. Oder am besten jedes Wetter passend gemischt bekommen.

Und wenn ihr mich jetzt fragt, welcher mir denn besser gefallen hat, so muß ich sagen: beide …

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Antworten

  1. Hallo Micha,

    toller Bericht, super Fotos. Wie ist Deine weitere Planung?

    Get ready for Darvin??

    Servus Karsten

  2. Hey Micha, Carpe Diem!! Hau rein, lass es dir weiterhin so gut gehen! liebe Grüße aus dem Büro, Steffen :-) )

  3. …. bin gerade beim Lesen, hoffe doch, dass Du am Milford eine Bootstour mit gemacht hast, oder?
    Auf jeden Fall hattest Du Glück mit dem Wetter, die Fotosession mit dem Wassertropfen bei den Videos zum Umschwenken zwischen den Aufnahmen finde ich klasse. :-)
    … jetzt weiter im Text…
    Caro


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